Montag, 8. Mai 2017

Thunder and lightning, it's getting exciting!

© EBU
In weniger als einer Woche findet das Finale des Eurovision Song Contest im International Exhibition Centre in Kiew statt, aber das 1. Halbfinale steigt bereits morgen. Für mich bedeutet das wieder einmal, dass ich schon mal auf die Woche vorausblicken möchte und damit sowohl das Setting bestehend aus der Bühne und dem Green Room als auch die insgesamt 42 Songs näher betrachte.
Außerdem werde ich im Anschluss einen Blick auf die aktuellen Wettquoten werfen, und es folgt noch ein TV-Planer mit den genauen Sendeterminen aller Sendungen rund um den ESC im Fernsehen. Zu den Halbfinalen und dem Finale werde ich natürlich auch twittern.

Die Bühne, die wie bereits in den Jahren 2011, 2012 und 2015 erneut vom Bühnendesigner Florian Wieder entworfen wurde, finde ich durchaus gelungen. Wieders Handschrift lässt sich eindeutig an der bereits bekannten runden Auftrittsfläche erkennen, solch eine gab es in den genannten Jahren auch. Der Green Room gefällt mir deutlich besser als letztes Jahr und erinnert ebenfalls an den im Jahr 2015, was ich auch als positiv bewerte. Gespannt bin ich aber vor allem auf das Rahmenprogramm des ukrainischen Senders NTU: Nachdem ich von Schweden diesbezüglich im letzten Jahr etwas enttäuscht wurde (außer "Love Love Peace Peace" hat mir nichts wirklich gut gefallen), habe ich dieses Jahr alleine aufgrund der Größe des Senders deutlich niedrigere Erwartungen. Bekanntermaßen gab es in der Ukraine genau deshalb auch viele organisatorische Schwierigkeiten im Vorfeld. Wir werden sehen, ob die Shows trotzdem überzeugen können.

Die nach dem Rückzug Russlands nun 42 Songs dieses Jahres sind leider sehr balladenlastig. Uns erwarten viele alleinstehende Frauen und junge Männer, die auf der Bühne ihren Herzschmerz ausdrücken. Positiv sticht da eindeutig das Lied aus Italien heraus, dass unter ESC-Fans bereits jetzt als potentieller Sieger gehandelt wird und auch mir am besten gefällt. Aber wie im letzten Jahr gesehen ist beim ESC punktemäßig wirklich alles noch bis zum Schluss möglich.
Im Folgenden also nun meine Wunschplatzierung, d.h. die zehn Länder, an die ich absteigend 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und 1 Punkt/e vergeben würde. Deutschland habe ich in diese Rangliste nicht einbezogen, da man beim ESC ja eben auch nicht für sein eigenes Land stimmen kann.

  1. Italien: Francesco Gabbani - Occidentali's Karma
  2. Israel: IMRI - I Feel Alive
  3. Niederlande: OG3NE - Lights And Shadows
  4. Moldawien: Sunstroke Project - Hey Mamma
  5. Dänemark: Anja - Where I Am
  6. Estland: Koit Toome & Laura - Verona
  7. Frankreich: Alma - Requiem
  8. Belgien: Blanche - City Lights
  9. Montenegro: Slavko Kalezić - Space
Montenegro ist dabei eindeutig der skurrilste Trash-Beitrag dieses Jahres und mein persönliches Guilty Pleasure. Allein dafür hat er von mir einen Punkt verdient. Die schlechtesten Songs kommen für mich aus Armenien, Georgien, Litauen, der Ukraine und Ungarn und werden daher höchstwahrscheinlich meine Pinkelpausen sein.

Da das alles aber nur meinem persönlichen Geschmack entspricht und ganz sicher nicht so eintreten wird, habe ich mir auch mal die aktuellen Wettquoten angesehen. Die kann man jederzeit hier verfolgen. Momentan sehen sie so aus:
  1. Italien: Francesco Gabbani - Occidentali's Karma
  2. Portugal: Salvador Sobral - Amar Pelos Dois
  3. Schweden: Robin Bengtsson - I Can't Go On
  4. Bulgarien: Kristian Kostov - Beautiful Mess
  5. Armenien: Artsvik - Fly With Me
  6. Rumänien: Ilinca feat. Alex Florea - Yodel It!
  7. Aserbaidschan: Dihaj - Skeletons
  8. Finnland: Norma John - Blackbird
  9. Niederlande: OG3NE - Lights And Shadows
  10. Australien: Isaiah - Don't Come Easy
Auf den Verfolgerplätzen befinden sich hier Belgien, Dänemark, Estland, das Vereinigte Königreich und Frankreich.

Italien auf dem ersten Platz kann ich absolut nachvollziehen, Portugal auf dem zweiten ist für mich hingegen völlig unverständlich. Auch die Beiträge aus Schweden und Australien finde ich sehr beliebig dieses Jahr, allerdings hat Schweden ja bereits letztes Jahr gezeigt, dass man damit sehr weit kommen kann.
Ergänzend dazu sei zu sagen, dass diese Wettquoten natürlich nicht die persönlichen Vorlieben der Tipper widerspiegeln, sondern lediglich die Songs, von denen die meisten denken, dass sie die Masse begeistern werden.

Deutschland befindet sich in dieser Wertung derzeit auf dem 21. Platz, was ungefähr der Wettquote entspricht, die wir in den vergangenen Jahren auch immer hatten - und wir wissen ja, was daraus geworden ist. Aber wir haben uns ja mittlerweile schon daran gewöhnt, auf dem letzten Platz zu landen, was meiner Meinung nach nicht zuletzt der Unfähigkeit des NDR geschuldet ist.

Zu meiner Enttäuschung plant die EBU, das im letzten Jahr eingeführte neue Punktesystem weiterhin beizubehalten. Das war für mich leider ein totaler Reinfall, da es spannungstechnisch überhaupt nicht überzeugen konnte. Einerseits, weil die Punktesprecher jetzt nur noch die Bestwertung verkünden und dadurch unnötig durch die Punktevergabe gehetzt wird, und andererseits, weil sie nur noch das Juryvoting verkünden. Dies ist meines Erachtens aber total uninteressant, da es ja nicht die Meinung des Landes im Allgemeinen, sondern die von fünf von diesem Land bestimmten vermeintlichen Musikexperten repräsentiert (und alleine an der Auswahl der deutschen Jury kann man schon sehen, dass das nicht unbedingt immer klappt).

Andererseits sorgt auch der zweite Teil der Punkteverteilung, bei dem die Moderatoren das Televoting ansagen, nicht wirklich für Spannung. Denn dadurch, dass die Punkte nun aufsteigend kumuliert pro Land vergeben werden, bekommt jedes Land auch nur noch einmal Punkte. Deutschland beispielsweise wusste letztes Jahr so schon ziemlich am Anfang, dass es am Ende wieder auf dem letzten Platz landen wird. Und auch alle anderen Länder konnten sich nicht mehr über die erhaltenen Punkte freuen, weil sie damit im Grunde nur gesagt bekommen haben, dass sie jetzt aus dem Vegabeprozess komplett raus sind. Wirklich spannend ist das System also nur für die völlig neutralen Zuschauer und für diejenigen, die eines der beiden bestplatzierten Länder als Favoriten haben. Denn nur die bekommen ihr Ergebnis wirklich erst ganz am Schluss mitgeteilt.

Zuletzt habe ich hier noch den Ausstrahlungsplan aller Sendungen rund um den ESC mit ihren Terminen im deutschen Fernsehen oder Internet zusammengetragen. Die Halbfinale werden dieses Jahr ausschließlich auf one übertragen, womit phoenix ganz raus ist.

Eurovision Song Contest 2017 Dokumentation "Die schönsten ESC-Momente - Von Abba bis Lena":
  • Samstag, 06. Mai 2017 um 20:15 Uhr im WDR
  • Freitag, 12. Mai 2017 um 21:30 Uhr auf one
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 01:45 Uhr auf one
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 18:15 Uhr auf one

Eurovision Song Contest 2017 Eröffnungszeremonie:

Eurovision Song Contest 2017 Songcheck:
  • 1. Teil: Montag, 08. Mai 2017 um 18:45 Uhr auf one
  • 2. Teil: Dienstag, 09. Mai 2017 um 18:45 Uhr auf one
  • 3. Teil: Mittwoch, 10. Mai 2017 um 18:45 Uhr auf one
  • 4. Teil: Donnerstag, 11. Mai 2017 um 18:45 Uhr auf one

Eurovision Song Contest 2017 1. Halbfinale:
  • Dienstag, 09. Mai 2017 um 21:00 Uhr auf one

Eurovision Song Contest 2017 Die Musikvideos der Teilnehmer:
  • 1. Teil: Mittwoch, 10. Mai 2017 um 01:00 auf one
  • 2. Teil: Freitag, 12. Mai 2017 um 01:15 auf one

Eurovision Song Contest 2017 2. Halbfinale:
  • Donnerstag, 11. Mai 2017 um 21:00 Uhr auf one

Eurovision Song Contest 2017 Dokumentation "Levina im ESC-Fieber": 
  • Freitag, 12. Mai 2017 um 21:00 Uhr auf one
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 00:00 Uhr im NDR
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 01:15 Uhr auf one
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 19:45 Uhr auf one

Eurovision Song Contest 2017 Dokumentation "Zwölf Punkte für einen Hit":
  •  Freitag, 12. Mai 2017 um 21:45 Uhr auf arte

Eurovision Song Contest 2017 Dokumentation "Song Contest - Das Phänomen":
  •  Samstag, 13. Mai 2017 um 20:15 Uhr auf RTL

Eurovision Song Contest 2017 Countdown für Kiew:
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 20:15 Uhr im Ersten
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 20:15 Uhr auf one (mit eingeblendeten Tweets)

Eurovision Song Contest 2017 Finale:
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 21:00 Uhr im Ersten
  • Samstag, 13. Mai 2017 um 21:00 Uhr auf one (mit eingeblendeten Tweets)
  • Wiederholung: Sonntag, 15. Mai 2017 um 09:00 Uhr auf one

Eurovision Song Contest 2017 Grand Prix Party:
  • Sonntag, 14. Mai 2017 um 00:45 Uhr im Ersten
  • Sonntag, 14. Mai 2017 um 00:45 Uhr auf one (mit eingeblendeten Tweets)

Die Halbfinale und das Finale werden von mir selbstverständlich via Twitter kommentiert. Zum Finale wird es auf diesem Blog auch wieder wie in den Vorjahren ein Bullshit-Bingo geben.

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